Coelhos Bücher

Dienstag, 7. Februar 2006

Paulo Coelho/The Valkyries

Das Buch "The Valkyries" hatte ich ja in meinem Irland-Urlaub entdeckt und gleich mitgenommen, da ich es noch nicht kannte und eigentlich jedes Buch von Coelho sofort verschlingen muss, wenn's mir unter die Finger kommt. Das Merkwürdige an diesem Buch ist, dass es auf Deutsch bisher nicht erschienen ist, obwohl es bereits Coelhos drittes Buch war (nach "Auf dem Jakobsweg" und "Der Alchimist") und es bereits 1992 auf Brasilianisch und nur drei Jahre später auf Englisch veröffentlicht wurde. Komisch - wo Coelho doch so beliebt ist, und jedes Buch von ihm hier in Deutschland sofort in den Bestsellerlisten auf die vorderen Plätze schnellt.

Vermutlich ist es bloß eine Marketingsstrategie des Diogenes-Verlages. Die Leute nur nicht allzuschnell "überfüttern"... Immer schön das aktuellste Buch frisch auf den Markt bringen, dieses möglichst lang ausschließlich als Hardcover auf dem Markt halten, bis die Verkaufszahlen heruntergehen, dann das Buch nochmal als Paperback herausbringen, damit auch die "ärmeren Leser" endlich kaufen können... Naja... Und dann steht ja schon das nächste Hardcover im Regal... (So geschieht's ja gerade mit "Elf Minuten" und dem "Zahir"...) Tja... Und wenn Coelho mal ein Jahr kein neues Buch schreibt, vielleiiiiicht kommen wir dann ja auch in den Genuss der - inzwischen quasi schon leicht angestaubten - "Walküren", die uns dann wahrscheinlich als "der wiederentdeckte Schatz" präsentiert werden... *grins*

Wie auch immer... Das Buch ist natürlich gut...! Es IST ein "Schatz", da gibt's nichts dran zu rütteln...! Obwohl es schon Bücher von Coelho gab, die mir mehr sagten und mich tiefer berührten... Aber so ist das eben, jeder hat seine speziellen Themen...

In "The Valkyries" geht es auf der offensichtlichen Ebene um Coelhos Suche nach seinem Engel, und darum, dass er lernen möchte, mit ihm zu sprechen, und vorallem, ihn zu SEHEN. Wie besessen verfolgt Coelho dieses Ziel und vergisst darüber beinahe alles andere... Auf der etwas unterschwelligeren, versteckteren Ebene jedoch geht es um die Frage, warum Menschen immer wieder die Dinge zerstören, die sie lieben. Die Geschichte, die Coelho erzählt, ist die wahre Geschichte davon, wie er und seine Frau Chris, mit der Hilfe der "Valkyries" - einer wilden, rauhen Frauenmotorradgang, die in der Wüste Nevada ihre Runden dreht und Menschen in Spiritualiät und Gottvertrauen unterweist - ihre kurz vor der Zerrüttung stehende Beziehung und Liebe retten.

Beeindruckend an dem Buch finde ich besonders die zwei starken und jede auf ihre Art faszinierenden und einzigartigen Frauengestalten Chris und Valhalla, die die Anführerin der Valkyries ist. Sie sind beide von Grund auf unterschiedlich, und dennoch sind sie sich sehr ähnlich. In einer Szene, in der sich die beiden in einer Art "rituellem Kampf" gegenüber stehen, verschmelzen beide, mit der jeweils anderen, und es wird wunderbar deutlich, wie wir uns ständig einander unsere verborgensten Seiten spiegeln. Diese Szene ist faszinierend. (Und gerade wird mir ziemlich deutlich klar, was mich an dem Buch berührte, denn ich muss grad heulen...)

"Yet each man kills the thing he loves, from all let this be heard. Some does it with a bitter look, some with a flattering word. The coward does it with a kiss the brave man with the sword."

Oscar Wilde

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Paulo Coelho/The Valkyries

Dienstag, 17. Januar 2006

The Second Mind (nach Coelho)

My traveling companion is nine years old
He is the child of my first marriage
But I’ve reason to believe
We both will be received
In Graceland

Distels Musikorakel

Es ist schon verdammt doof, unglücklich verliebt zu sein... Ständig geht's einem im Kopf herum... Warum nicht? Was sind die Gründe? Was soll das? Wird es vielleicht doch noch was? Hab' ich Gründe daran zu glauben...? (Reasons to believe...?) *hoff hoff* Wie sollte ich mich am besten verhalten? Weiter "angreifen"...? Sanfter "am Ball bleiben"...? Mich zurückziehen? *grübel grübel* Hat er angerufen? Hat er gemailt...? Sollte ICH anrufen...? Mailen...? Ständig brabbelt's in mir unterschwellig...

Interessant, dass Paulo Coelho mal wieder was Passendes dazu zu sagen hat... (Irgendwie passen seine Bücher, wenn ich sie lese, immer gerade zu meinen Lebenslagen und aufkommenden Lebensfragen...) In "The Valkyries" schreibt er unter anderem über "the second mind" - das "zweite Bewusstsein" also - und darüber, dass dieses ständig mit irgendetwas beschäftigt ist und "vor sich hinquatscht", oft ohne dass es uns überhaupt bewusst ist. Häufig quatscht es belanglose Dinge... Singt Lieder vor sich hin, macht sich Gedanken, was einzukaufen ist oder wen wir zur nächsten großen Party einladen wollen... Und häufig quatscht es eben auch ununterbrochen über eine Person, in die wir verliebt, oder aber auf die wir sauer sind... Interessant, oder, dass dieses "zweite Bewusstsein" auch dann meist einwandfrei weiter funktioniert, wenn wir im "ersten Bewusstsein" mit ganz anderen Dingen beschäftigt sind...?! Naja... Bei mir jedenfalls funktioniert das gerade gaaaaanz tolllll....! ;)

Ja, aber was macht man nun mit dieser Erkenntnis? Laut Coelho kann man lernen, das "zweite Bewusstsein" zu kontrollieren. Man muss sich ihm zuerst bewusst werden und dann beginnen, es zu beobachten... Einfach nur beobachten, ohne es zu bewerten... Manchmal schwierig, gerade wenn es solche emotional beschäftigenden Dinge "brabbelt"... Nun... Aber wenn man es einfach beobachtet, und sich dann ab und zu die Zeit nimmt, es an die Oberfläche kommen zu lassen, und sich so richtig über das Thema zu erschöpfen, dann ist es vielleicht irgendwann einfach "durch"... Und Ruhe... Stille... Leere macht sich breit... Und das tut dann so gut...!

Ich sollte einfach wirklich viel öfter meditieren.... Mich einfach "leer" machen... Warum mach' ich es nicht viel regelmäßiger...? Wovor hab' ich Angst...?

Montag, 23. Mai 2005

Paulo Coelhos "Zahir" - meine Sicht

Ich bin keine schnelle Leserin... Dafür lese ich umso intensiver... Sinniere manchmal lange über einzelne Textpassagen, und bin "ganz drinn" in der Geschichte... Wenn's denn mal eine Geschichte ist... Denn allgemein lese ich eigentlich wenig Romane, sondern meistens eher Sachbücher oder Umsetzungen, Übersetzungen oder Interpretationsversuche mythologischer Geschichten.

Gerade habe ich aber mal wieder einen Roman zuende gelesen: Paulo Coelhos neues Buch "Der Zahir". Ich weiß nicht... Ihr habt's wohl schon mitbekommen. Ich liebe Coelhos Bücher. Sie sprechen mir aus dem Herzen, aus der Seele, und regen meinen Kopf zum Denken an. Immer haben die Bücher direkt etwas mit mir zu tun. Jedes Mal habe ich das Gefühl, dass ich genau das richtige Buch im richtigen Moment lese. Aber dieses Mal bin ich nicht sicher...

Es gab Passagen im "Zahir", die mich extrem angesprochen und berührt haben. Andere Passagen fand ich äußerst nervig, unverständlich, oder gar einfach langweilig. Jetzt, am Ende des Buches, bin ich sehr verwirrt. Ich weiß nicht, ob ich das Buch einfach nicht besonders gut fand, oder ob ich es vielleicht einfach nicht richtig verstanden habe...?! hmmmm.... Irgendeine unterschwellige, stille Faszination geht von dem Buch aus, aber nicht solche Jubelstürme, wie ich sie nach "Elf Minuten" oder "Der Alchimist" in mir verspürte. Irgendwas ist komisch... Vielleicht muss ich's einfach noch bis in den Bauch sacken lassen, bis ich's verstehe...

Freitag, 13. Mai 2005

Paulo Coelho öffnet Tore

"Deshalb ist es so wichtig, bestimmte Dinge gehen zu lassen. Loszulassen. Sich zu lösen. Niemand spielt in diesem Leben mit gezinkten Karten. Manchmal gewinnen wir, manchmal verlieren wir auch. Erwarte nicht, etwas zurückzubekommen, erwarte nicht, dass man deine Bemühungen anerkennt, dein Genie entdeckt, deine Liebe begreift. Zyklen beenden. Nicht aus Stolz, Unfähigkeit oder Hochmut, sondern einfach nur, weil sie nicht mehr in dein Leben passen. Schließe die Tür, lege eine andere Platte auf, räum dein Haus auf, schüttele Staub aus. Höre auf zu sein, der du warst, und werde der, der du bist."

(Aus: Paulo Coelho/Der Zahir)

Immer wieder gibt es diese Zitate von Paulo Coelho, die so den Nagel auf den Kopf treffen, die mir so aus dem Herzen, aus der Seele sprechen, dass ich's manchmal kaum begreife, und auf die Seiten des Buches starre, weiterlese, oder es zumindest zuerst meine, und dann bemerke, dass ich gerade wieder an einem solchen Satz oder Absatz "hängen geblieben" bin und sinniere... Dieses Zitat ist mal wieder so eines... Gerade heute hab ich's gelesen... Mal wieder in der U-Bahn...! :))

"Höre auf zu sein, der du warst, und werde der, der du bist." Loslassen, Aufräumen, Aussortieren... Ja, darum geht's bei mir zur Zeit... Ich denke, das sind die Vorraussetzungen, dass ich endlich mein Tor finden, es durchschreiten und hinter mir zumachen kann, um mir dann langersehnte neue Räume erschließen zu können...! Und ich denke, nun, wo ich langsam wieder durch meinen Wust durchblicke, sich das Chaos lichtet, sehe ich auch tatsächlich so langsam am Horizont das Tor.....! Und während ich dies' schreibe, hab' ich nen fetten Kloß im Hals, und ich weiß, es geht weiter....! Weiter ZU MIR....

weidentor

Fotografiert von Aine, Irland 2004

Donnerstag, 21. April 2005

Paulo Coelho/Der Zahir

Habe ich schon erwähnt, dass ich die Bücher von Paulo Coelho unglaublich liebe...? Jedes Mal, wenn ich ein neues Buch von ihm in die Finger bekomme, und endlich wieder seine neusten Gedanken lesen darf, bin ich einfach nur glücklich....! Seine Bücher sind reine Meditation... Führen mich ins SEIN, lassen mich zufrieden sein, mit allem, was da ist, und mich wieder ein bisschen mehr verstehen...

Gestern entdeckte ich im Buchladen sein neustes Buch....!!!! Jaaaaaa....! "Der Zahir"... Allein die Erklärung auf der Rückseite, was denn ein Zahir eigentlich ist, lässt mich schon wieder einfach nur glücklich sein... Dabei ist es eigentlich nicht wirklich eine schöne Sache, so ein Zahir, oder....? Es ist zwiespältig.... Aber allein die Aussicht, über DIESES Thema ein ganzes Buch von Paulo Coelho lesen zu können, stimmt mich erwartungsvoll und fröhlich....! :))

"Ein Zahir ist etwas, das man, hat man es einmal berührt oder gesehen, nie wieder vergisst und das unser ganzes Denken bis zum Wahnsinn besetzt."

(Aus: Paulo Coelho/Der Zahir)

I lean my body into the bark of the Goddess Tree until my voice becomes one with Hers tumbling into roots and sky.

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